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Chronik - Teil 4 (1867 bis 1884)

Die Konkurrenz steigt

Passagierdampfer Schwerin, Pilot und Pfeil in der Schlossbucht (vlnr, Lithographie um 1869) © Stadtarchiv Schwerin

Der erfahrene Kahnbesitzer, Johann Diercke, beantragte 1867 eine Dampferkonzession. Er sah diese Zulassung als Existenzfrage an, da sein Segelkahn nicht mehr genug einbrachte. Diercke erhielt für seine Pilot ebenfalls einen Landeplatz in der Schlossbucht zugewiesen. Gebaut wurde die Pilot in Ostorf, das inzwischen zum Stadtgebiet von Schwerin gehört. Sie bestand aus Holz, hatte eine Dampfmaschine von Albert Tischbein aus Rostock und durfte bis zu 75 Fahrgäste aufnehmen.

 

Jetzt waren drei Passagierdampfer (Schwerin, Pfeil und Pilot) auf dem Schweriner See unterwegs, dieses brachte so manche organisatorischen Schwierigkeiten mit sich. In Zippendorf reichte der eine Steg, den der dortige Gastwirt und Sommertheaterbesitzer Johann Bosselmann alljährlich für seine Gäste auslegte und an dem Hacker noch zwei Parierpfähle hatte einrammen lassen, für drei Dampfer nicht mehr aus. Um Schwierigkeiten beim Fahrgastwechsel zu verhindern, errichteten die Gebrüder Günther 1868 für ihre Pfeil in Zippendorf und auch in Kaninchenwerder eigene Landestege.

 

Diercke legte mit seiner Pilot in der Reihenfolge immer als letzter ab, da er auch mit seinem Schiff als letzter gekommen ist. Er schlug daher vor, die erste Abfahrt – die immer den größten Zuspruch hatte – im wöchentlichen Wechsel festzulegen. Diesem stimmten Hacker und auch die Gebrüder Günther zu. Die Abfahrtzeiten während der Saison sind im wesentlichen immer gleich geblieben, nur wechselten jetzt die Dampfer sich ab. Durch Anschlag und auch in der örtlichen Presse wurde darauf hingewiesen.

 

Von jedem der drei Schiffe wurden am Nachmittag und Abends etwa 4 Fahrten nach Zippendorf, Kaninchenwerder und zurück unternommen – im Herbst dann weniger. Die lebhafte Nutzung dieser Verkehrsverbindung erklärt sich daraus, dass Zippendorf erst 1921 seinen Straßenbahnanschluss erhielt. Fahrten zur Fähre, nach Bad Kleinen und Rundfahrten galten als Sonderfahrten. Nach den fahrplanmäßigen Routen wurden teilweise noch Abendfahrten gemacht, wobei zwischen Kaninchenwerder und Zippendorf nicht in Gegenrichtung gefahren werden durfte, um Kollisionen zu vermeiden. Alles andere regelte ein Polizei-Reglement vom Jahre 1866 über die auf dem Schweriner See betriebenen Wasserfahrzeuge.

 

Je nach Witterung starteten einzelne Fahrten schon im März, nachdem die Dampfkessel überprüft worden waren. Die Zahl der Fahrgäste nach Kaninchenwerder nahm erheblich zu, da während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 auf der Insel französische Kriegsgefangene festgehalten wurden.

 

Vom Herbst 1870 bis Frühjahr 1871 wurde die Pilot um ca. vier Meter verlängert. Ende April 1871 bis Anfang Juli 1871 wurde sie vorübergehend in Plau und Waren (Müritz) eingesetzt. In der Saison 1872 fuhr sie noch im öffentlichen Passagierverkehr, etwa 1873 wurde sie an die Zementfabrik Stehmann und Liefmann am Ziegelsee verkauft. Während dieser Zeit traten verhältnismäßig ruhige Zeiten auf dem Schweriner See ein.

Passagierdampfer Paul nach Umbau in Wismar (1912) © Stadtarchiv Schwerin

1869 verkaufte Friedrich-Wilhelm Hacker die Schwerin für 3.050 Reichstaler an Chrstian de Marné aus Schwerin, nur 10 Tage später wurde es an den Kapitän Georg Albert aus Schwerin verkauft. Es wurden jetzt nicht nur Linienfahrten (Schloss – Zippendorf – Kaninchenwerder) unternommen, sondern auch Rund- und Sonderfahrten – auch nach Bad Kleinen. Nach dem Saisonende 1872 wurde die Schwerin nach Lübeck verkauft. Für die verkaufte Schwerin fand Ahlert im Sommer 1873 in Wismar mit dem kleineren Dampfer Paul einen zeitweiligen Ersatz. Am 22. August 1873 fanden die ersten Probefahrten statt, dann erfolgte der Einsatz im Passagierverkehr.

 

Ab der Saison 1874 teilten sich nun die Schiffe Pfeil und Paul das Fahrgeschäft, dieses blieb auch 10 Jahre so. Zum Ende der Saison 1884 stellte die Paul die Fahrten auf dem Schweriner See ein, Kapitän Albert verkaufte es im Frühjahr 1885 zurück nach Wismar. Die Pfeil wurde am 27. März 1885 an Joseph Bahlke aus Schwerin-Mueß verkauft.


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