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 Schifffahrt auf den

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Chronik - Teil 3 (1860 bis 1866)

Der zweite Anfang der Dampfschifffahrt

Passagierdampfer Schwerin (Konstruktionszeichnung von 1864) © Stadtarchiv Schwerin

Der technische Fortschritt war nicht mehr aufzuhalten und es fanden sich bald Leute, die sich die Bedingungen des Kapitalismus der freien Konkurrenz zu nutzen machen wollten. Die Kaufleute Schall & Schwenke, Bernhard Lechler und der Zippendorfer Gastwirt H. Block unterbreiteten im Jahre 1860 einen Vorschlag, zur Einrichtung einer Dampfschifffahrt für 1861 auf dem Schweriner See. Vom Maschinenbaumeister Albert Tischbein sollte der benötigte Dampfer in Rostock gefertigt werden. Mit 300 Aktien zu je 10 Reichstaler sollte die Finanzierung aufgebracht werden. In der Schlossbucht stand ein Landeplatz zur Verfügung. Doch an mangelnder Aktienzeichnung scheiterte dieses Vorhaben.

 

Auch der rührige Johann Bosselmann, der später am Pfaffenteich aktiv wurde, erkundigte sich über Fahrten mit einem kleinen Dampfer auf dem Schweriner See. Auch Friedrich-Wilhelm Hacker, der vorübergehend Stadtwachtmeister in Schwerin war, fragte im Herbst 1862 mit ähnlichen Plänen an. 1864 stellte auch Heinrich Friedrich Gottfried Burmeister, ein Schweriner Kaufmann, beim Domanialamt Schwerin einen entsprechenden Antrag. Sein Schiff sollte in Hamburg gebaut werden, aber auch sein Antrag scheiterte zunächst.

 

Auch Friedrich-Wilhelm Hacker konnte nicht genügend Aktien verkaufen um das nötige Kapital aufzubringen. Hacker gab nicht auf und wollte jetzt den Dampfer auf eigene Rechnung mit stillen Teilhabern bauen lassen. Auch der Maschinenbaumeister Albert Tischbein, der das Schiff in Rostock bauen sollte, sollte Teilhaber am Unternehmen werden – vom Kaufpreis von 4200 Reichstalern sollte Tischbein 500 Reichstaler erst im Laufe der Zeit bekommen. Einen Landeplatz in der Schloßbucht – nahe der Marstallhalbinsel – erhielt Hacker zugewiesen. Die Errichtung sollte aber auf eigene Kosten erfolgen. Neben Personenfahrten wurden Hacker auch Fracht- und Schleppfahrten genehmigt, auf dem Ziegelsee aber nur außerhalb der Laichzeiten.

Passagierdampfer Pfeil und Schwerin an der Werderstraße (vlnr, um 1870) © Stadtarchiv Schwerin

Am 7. Oktober 1864 erfolgte die die Probefahrt mit dem Schiff Schwerin nach Kaninchenwerder, hierbei hatte man sich Zeit gelassen und fuhr an Zippendorf vorbei – die Rückfahrt dauerte nur etwa 15 Minuten. Die regelmäßigen Fahrten nach Kaninchenwerder begannen am Sonntag, 9. Oktober 1864 – am Vormittag hatte man zuvor noch eine Sonderfahrt nach Bad Kleinen unternommen. Die Schwerin konnte erst 80 und dann 100 Fahrgäste befördern, dieses bei einem Einzelfahrpreis von nur 2 bis 4 Schilling und 1 Schilling für Kinder. Am Nachmittag gab es gleich 6 Fahrten nach Kaninchenwerder und zurück. Im Jahr 1865 wurden die Fahrpreise für die Linie Schloß – Kaninchenwerder – Zippendorf auf 4 bis 3 Schilling festgelegt. Der Ansturm auf diese Fahrten im Sommer 1865 führte manchmal dazu, dass die Schwerin überladen war.

 

Die Brüder Theodor und Ludwig Günther erschienen 1866 mit einem Dampfer auf dem Schweriner See an. Die beiden Gürtelmeister hatten sich auf die Reparatur von Dampfmaschinen spezialisiert und brachten somit gute Voraussetzungen mit, auch verfügten Sie über Einnahmen außerhalb der Saison. Mit ihrem Dampfer Pfeil unternahmen sie am

19. Mai 1866 die ersten Probefahrten, gebaut wurde sie ebenfalls in der Maschinenbauanstalt und Schiffswerft von Albert Tischlein in Rostock. In beiden Kajüten und an Deck durften sich 200 Personen aufhalten.

 

Hacker und die Gebrüder Günther kamen im allgemeinen gut miteinander aus. Nicht nur die Fahrten nach Kaninchenwerder und Zippendorf wurden angeboten, es fanden auch Rundfahrten auf dem Schweriner See statt, auch Fahrten in den Außensee bis nach Bad Kleinen. Zu den jährlich stattfindenden Werderfesttagen fanden auch Fahrten über den Ziegelsee statt, die am unteren Ende der Schelfstraße begannen. Außerdem wurde die Gaststätte Fähre gelegentlich angelaufen, vom dortigen Gastwirt kam oft Kritik an der zu geringen Einbeziehung in den Fahrplan. Die Schiffseigner fanden dieses Fahrten oft nicht lukrativ genug.

 

An den Zielorten war jeweils nur ein Anlegesteg vorhanden. So einigte man sich auf Fahrplan, so dass sich die Schiffe nicht gegenseitig behinderten. War ein Dampfer bereits voll besetzt, so durfte schon vor der planmäßigen Zeit abgefahren werden. Durch die nicht unerhebliche Kohleladung hatten die Dampfer einen beträchtlichen Tiefgang, so dass in der Schloßbucht eine Fahrrinne gebaggert werden musste. Die hölzernen Landstege in Zippendorf und Kaninchenwerder wurden wegen des Eisganges im Herbst abgebaut und im Frühjahr wiedererrichtet.

 

Hacker errichtete auf der Schwerin ebenfalls Freideckplätze,  um mit der Pfeil konkurrieren zu können. Der Umbau erfolgt im Jahre 1866, nun durften bis zu 130 Fahrgäste an Bord gehen.


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