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Chronik - Teil 2 (1852 bis 1860)

Der missglückte Beginn der Dampfschifffahrt

Passagier-Raddampfer Alban (Konstruktionszeichnung von 1845) © Stadtarchiv Schwerin

Im Jahr 1852 beantragte der junge Seemann (damals 25 Jahre alt), Carl Christian Molchin aus Rostock, die Genehmigung zum Befahren des Schweriner Sees mit einem Personen- und Schleppdampfers. Er machte den Schweriner Behörden klar, den nötigen wirtschaftlichen Rückhalt zu besitzen, denn sein Vater war ein Rostocker Tischlermeister und Gastwirt. Um den Kahnfahrern ihre Fracht nicht streitig zu machen, beschränkte er sich auf Personen- und Schleppfahrten.

 

Die Erteilung der Konzession wurde jedoch erneut abgelehnt, da keine Qualifiktionsnachweise zur Führung eines Dampfers vorlagen. Molchin legte diese Nachweise vor und sicherte sich eine Landestelle an der Marstall-Halbinsel. Am 23. Juli 1852 erteilte das Domanialamt Schwerin die notwendige Konzession. Die erforderlichen Landstege sollte Molchin auf eigene Kosten errichten lasssen.

Carl Christian Molchin erwarb im Juli 1852, für 2834 Reichstaler, den Passagier-Raddampfer Alban – gebaut wurde es 1845 in Plau (Meckl.) und benannt nach seinem Konstrukteur, dem Plauer Arzt, Maschinbauer und Erfinder. Der Einsatz des Seitenraddampfers auf den Seen bei Plau rentierte sich wenig, da bereits erhebliche Reparaturkosten anfielen. Als günstig erwies sich, dass der Maschinen- meister Winterfeldt mit nach Schwerin kam, der schon fünf Jahre auf dem Dampfer gefahren war.

 

Anfang August 1852 erfolgte von Plau, über den Elde-Störkanal die Überführung nach Schwerin, am Morgen des 12. August 1852 kam die Alban an der Fähre an. Hier erfolgten kleine Instandsetzungsarbeiten am Räderwerk. Am 13. August 1852 (Mittags) lag das Schiff am Anleger in der Schlossbucht an. Die entscheidenen Probefahrten fanden einen Tag später statt, gleich danach die Einweihungsfahrt mit Vertretern des Magistrats und Domanialamtes sowie sonstigen Behörden. Sie wurden mit vier Böllerschüssen von Bord eingeleitet und verliefen zur vollsten Zufriedenheit.

 

Am Sonntag, 15. August 1852 ging es dann richtig los. Drei Fahrten (um 13:00, 15:00 und 17:00 Uhr) nach Kaninchenwerder und Zippendorf fanden guten Zuspruch, aber die noch unzureichenden Landemöglich- keiten führten zu Problemen. Gleich am Folgetag beklagte sich der Schiffeigner Molchin auf dem Domanialamt Schwerin, dass die vorhandenen Waschstege für seinen Dampfer nicht ausreichten. Bei Zippendorf und Kaninchenwerder musste vor dem Ufer geankert werden, und die Passagiere wurden in Booten an Land gebracht. In der Schlossbucht kam es zu halsbrecherischen Klettereien quer über die dort liegenden Eldekähne hinweg. Aus diesen Gründen sollten, laut Molchin, Landungsbrücken für die Dampfer geschaffen werden – ihm selbst fehlen die finanziellen Mittel dazu.

 

Dem Domanialamt Schwerin blieb nichts anderes übrig, sich dieser Angelegenheit anzunehmen. In Zippendorf war im Herbst 1852 ein Landesteg errichtet worden, das Holz lieferte das Amt und die Baukosten übernahm der Zippendorfer Gastwirt H. Block. Auf Kaninchenwerder baute für 184 Reichstaler das Hofmarschallamt im Frühjahr 1953 ein Landesteg, in der Schlossbucht das Domanialamt einen für 104 Reichstaler. Dieses Entgegenkommen beruhte darauf, dass die Hofgesellschaft des Großherzoges an Sonderfahrten mit dem Dampfer interessiert war. Die Fahrten der Einwohner und Besucher von Schwerin (Die damalige Einwohnerzahl von Schwerin betrug 20.000) blieb hinter den Erwartungen zurück.

 

Trotz dieser Maßnahmen und einer vorläufigen Steuerbefreiung verschlechterte sich die Geschäftslage von Molchin im Jahre 1853 – er beantragte eine Anleihe von 500 Reichstalern und einen Vorschuss von 400 Reichstalern. Die Alban stellte keine ausreichenden Sicherheit da, daher wurde dieses abgelehnt. Molchin hatte sein Schiff erst teilweise bezahlt, so konnte er sich nur mühsam über die Saison 1853 retten.

 

Die Alban hatte Molchin also wenig Glück gebracht. Manche Schweriner sahen dieses qualmende Gefährt als etwas Unberechenbares an. Die Hauptursache am Scheitern lag aber wohl in seinen Fahrpreisen – bei schönen Wetter zog man die offenen Segelkähne vor.

 

Am 2. Februar 1854 wurde die Alban unter Arrest gestellt und am Marstall aufgelegt, am Liegeplatz ist es leck geworden und drohte zu sinken. Bis zum 7. Oktober 1854 wurde es für die vorgesehene Zwangsvollstreckung wieder flott gemacht. Bei der Versteigerung, am 25. April 1855, erwarb der frühere Eigner F. W. G. Kuhls aus Laschendorf (bei Malchow) die Alban für 1010 Reichstaler. Anfang August 1855  erfolgte die Rückführung nach Plau, dort wurde sie nach einer Grundreparatur wieder für den Passagierverkehr flott gemacht.


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